Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise erwartet Stabilisierung in Deutschland schon in den kommenden Monaten.
Als Grund nannte er den Abbau der immens gestiegenen Staatsschulden. „Dieses Abtragen der Schulden wird das Wachstum auf Jahre hinweg belasten“, so Heise. Eine weltwirtschaftliche Stagnation oder globale Depression erwartet der Ökonom jedoch nicht. Dafür würden die zwei Billionen Dollar schweren Rettungspakete, die geldpolitische Lockerung der Zentralbanken und die gesunkenen Öl- und Energiepreise sprechen.
Für Deutschland sieht Heise vergleichsweise optimistische Perspektiven: „Es gibt mehrere Mechanismen, die die Konjunktur stabilisieren werden, von den milliardenschweren Konjunkturprogrammen über sehr niedrige Zinsen bis hin zu nachlassenden Energie- und Rohstoffpreisen. Sie senken die Inflation, entlasten die Unternehmen und erhöhen die Kaufkraft der Verbraucher.“ Weil Deutschland bereits seit vier Quartalen in der Rezession sei, erwartet Heise, dass „schon in den kommenden Monaten eine Stabilisierung einsetzt“.
Außerdem stehe Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Staaten immer noch gut da, weil die Verschuldung moderat und damit die Abhängigkeit von Krediten nicht ganz so hoch sei. „Gleichzeitig punktet Deutschland mit einer hochwertigen Produktpalette, einem hohen Weltmarktanteil beim Export und gesunden Bilanzen. Diese Entwicklungen wie auch die Wirtschafts- und Sozialreformen der Politik werden sich in der nächsten globalen Erholung auszahlen“, prophezeit der Ökonom.
