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Ein Jahr ist es her – die Pleite von Lehman Brothers. Was in den Tagen und Wochen danach passierte, konnte sich bis dato kaum jemand vorstellen. Regierungen und Notenbanken pumpten in  abgestimmten Aktionen hunderte von Milliarden in das System um den totalen Kollaps des Finanzsystems zu verhindern. Um haaresbreite entging die Welt der wirtschaftlichen Kernschmelze. Das meiste, das getan wurde und immer noch getan wird, ist im Grunde genommen nichts anders als ein Akt der Hilflosigkeit. Dennoch: hätten die Beteiligten nicht so massiv eingegriffen, wäre die Welt heute mit Sicherheit eine andere.

 

In den letzten zwölf Monaten wurden die großen Brände mit Unmengen von Löschschaum bedeckt. Einige Brandherde sind erstickt, andere bekommen immer noch genügend Sauerstoff. Darüber hinaus vernebelt der Löschdampf weiterhin den Blick auf das gesamte Ausmaß des Desasters. Welche Summen locker gemacht wurden, lässt sich nur ansatzweise schätzen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich geht von insgesamt 50 Billionen Dollar aus.

 

365 Tage nach der Pleite rangeln Politiker, Regulierer und Banker weiterhin um die Konsequenzen. Bislang wurde nichts Vernünftiges auf den Weg gebracht. Und mit jedem Tag schwinden die Hoffnungen, dass es eines Tages Maßnahmen geben wird, die eine Wiederholung der Ereignisse verhindern. Die Regierungen stehen vor der großen Herausforderung neue Spielregeln aufzustellen und gleichzeitig den Kapitalismus atmen zu lassen.

 

Die Weltkonjunktur hat sich in den letzten Monaten auf den ersten Blick einen Schritt vom Abgrund entfernt. Aber der Schein trügt. Noch immer gibt es erhebliche Gefahren und große Teile der Wirtschaft sind derzeit verzerrt und werden künstlich am Leben erhalten. Sollte es erneut zu einem harten Rückschlag kommen, dürfte sich die Wirtschaft für längere Zeit nicht mehr erholen. In der Tat müssten wir von mindestens einem verlorenen Jahrzehnt sprechen. Sollte das zarte Pflänzchen Erholung weiter wachsen, könnte der Motor schnell anspringen und uns eine längere Phase des Wachstums bescheren. Die Welt befindet sich derzeit an einem Scheideweg.

 

Was bedeutet das alles für den Anleger? Ist Gold die einzige sinnvolle Investition? Wird die Rallye an den Aktienmärkten trotzdem weitergehen weil billiges Geld die Märkte antreibt? Diskutieren Sie mit.

 

http://thomas-schwarzer.jimdo.com/

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